Heise 27.08.2026
14:35 Uhr

heise+ | Bit-Rauschen XL: Prozessor-Neuheiten von der Fachkonferenz Hot Chips 2026


Ein Mainframe-Prozessor mit doppeltem Befehlssatz, rechnendes RAM, eine ARM-CPU für kommende Supercomputer, riesige KI-Chips – die Hot Chips war sehr spannend.

heise+ | Bit-Rauschen XL: Prozessor-Neuheiten von der Fachkonferenz Hot Chips 2026

Auf der hochsommerlichen Fachkonferenz Hot Chips im Silicon Valley geht es nicht nur um große Trends wie aktuell KI-Beschleuniger. Stattdessen wollen die Veranstalter die komplette Bandbreite dessen zeigen, was Unternehmen zurzeit in Silizium ätzen. Highlight der diesjährigen Ausgabe auf dem Gelände der Universität Stanford war ein ungewöhnlicher Chip: IBM hatte die nächste Generation seiner Prozessoren für die hauseigenen Mainframes der z-Serie dabei. Auf solchen Systemen läuft weiterhin ein Großteil aller klassischen Bank- und Kreditkartentransaktionen. Doch zunehmend sind neue Anwendungen gefragt, weshalb der noch namenlose IBM-Prozessor nicht mehr nur die hauseigene z/Architecture als Befehlssatz beherrscht, sondern parallel und zusätzlich auch ARM-Befehle.

Für einen Mainframe-Chip ist ARM-Technik neu, bei Supercomputern aber schon etabliert. Der japanische Supercomputer Fugaku konnte sich mit dem bereits 2020 erschienenen A64FX-Prozessor einen Spitzenplatz in der Top-500-Liste sichern. Fujitsu enthüllte 2025 den Nachfolger Monaka; auf der Hot Chips gab es nun viel mehr Details als damals. Und auch Nvidia setzt auf ARM: Das Branchenschwergewicht war auf der Hot Chips gleich mit fünf Vorträgen vertreten.

Samsung stellte weiterentwickelte RAM-Bausteine mit Rechenwerken vor und nennt das Processing-in-Memory (PIM). Und die KI-Firma Cerebras erläuterte, wie sie mehr ihrer riesigen „Wafer Scale Engines“ zusammen in ein Rack gepackt hat.